Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen!

A. Wicker

Ich freue mich sehr, Sie wieder zum 4. Fachtag Sportmedizin einladen zu können, der am Freitag, den 9. Juni 2017 im Eagle Home One in Wien stattfinden wird.

Nach den großen Erfolgen der letzten drei Veranstaltungen, wollen wir uns dieses Jahr dem Thema „Die Bedeutung der Faszien im Sport“ widmen.

Endgültige Grenzen sind im Hochleistungssport noch nicht abzusehen und zu definieren. Vieles deutet aber besonders in der sportlichen Praxis daraufhin, dass wir besonders bei den Strukturen des Bindegewebes (Sehnen, Bänder, Faszien) uns diesen Grenzen schon sehr angenähert haben.

Dem Bindegewebe und hier insbesondere den Sehnen, Bändern und Faszien wurden lange Zeit ausschließlich „verbindende“ und Haltefunktionen zugeschrieben. Man erkennt aber heute in zunehmendem Maße, dass das Bindegewebe und hier wieder im speziellen die Faszien eine sehr enge Verbindungen zum Immunsystem und zum autonomen Nervensystem aufweisen. Diese Systeme haben wiederum grundlegende Bedeutung für alle Regenerations- und Reparationsprozesse im Organismus.

Verletzungen, Überlastungsreaktionen und Erkrankungen führen zu Störungen der Bewegungsmuster und haben über das Immunsystem auch Auswirkungen auf den gesamten Menschen. Wurden früher zum Beispiel durch manuelle Techniken „Verklebungen“ nach Verletzungen gelöst und die Gelenksbeweglichkeit wieder hergestellt, so glaubte man, dies sei das ausschließliche Ziel. Heute wissen wir das dadurch auch das Immunsystem aktiviert wurde und viele Reflexe und Prozesse ausgelöst wurden, die allesamt im Ganzen zu einer Anregung von Reparations- und Regenerationsprozessen führten. Leistungsverbesserungen waren dadurch die Folge und die Belastbarkeit der Athleten wurde deutlich angehoben.

In vier Themenblöcken wollen wir zuerst die Anatomie, Physiologie und Funktion der Faszien beleuchten. Im zweiten Block folgen die therapeutischen Möglichkeiten. Der dritte Block beschäftigt sich mit dem Begriff des Dehnens im Zusammenhang mit den Faszien. Der Abschlussblock letztendlich führt uns in die Rolle der Faszie im Tanzsport, als Verletzungsprophylaxe, bei Yoga & Pilates und im Triathlon.

In den Praxisseminaren FDM (Fasziendistorsionmodell), Stretching, Flossing und Faszientaping haben Sie die Möglichkeit, Kenntnisse in praktischen Aspekten zu erwerben.

Ich hoffe, Sie können am Ende des Tages wiederum einige wertvolle Erkenntnisse mit nach Hause nehmen und in Ihrer ärztlichen oder therapeutischen Praxis umsetzen.


Herzlichst

Prim. Univ.-Prof. Mag. DDr. Anton Wicker
Vorstand der Universitätsklinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation
Universitätsklinikum der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität
Landeskrankenhaus Salzburg

Wissenschaftliche Leitung